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Schmerztherapie Berlin Rückenschmerzen

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Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Schmerzproblemen unserer Zeit. Die Wahrscheinlichkeit einmal im Leben an episodischen Rückenschmerzen zu erkranken beträgt bis zu 80% (Andersson 1999, Deyo 1996, Mcfarlane 1999). In 90% aller akuten Rückenschmerzen tritt meistens innerhalb eines Monats eine rasche Besserung ein, und die Beschwerden klingen völlig ab (Pengel et al. 2003). Allerdings kommt es bei einem Großteil der Patienten innerhalb eines Jahres zu wiederkehrenden Rückenschmerzen (Von Korff et al. 1993). Da in nur 15% aller Beschwerden eine spezifische anatomische Ursache bekannt ist, wie z.B. Bandscheibenherniation oder Wirbelgleiten (Göbel, 2001), spricht man in den meisten Fällen von unspezifischen Rückenschmerzen.

„Ein allgemeiner Fehler bei der Ursachenattribution von Rückenschmerzen ist, dass Schmerzen auf degenerative Veränderungen der Wirbelsäule bezogen werden“ (Göbel 2001).

Ein funktioneller Ansatz würde daher zu einem besseren Verständnis von Rückenschmerzen führen. Eine der Ursachen wird in der fehlenden funktionellen Stabilität der lumbalen Bewegungssegmente gesehen (Panjabi 1992). Panjabi beschreibt dabei ein Modell, wobei die Segmentale Stabilität der Wirbelsäule auf einem passiven (Gelenk), aktiven (Muskel) und neuralen Kontrollsystem beruht. Häufig liegt bei unspezifischen Rückenschmerzen eine Fehlfunktion im Zusammenwirken dieser drei Systemen vor. Es konnte gezeigt werden, dass eine Fehlfunktion im Kontrollsystem der Muskeln nicht von alleine wieder hergestellt wird (Hides et al. 1996). Die tiefen lumbalen Muskeln (Multifidus) spielen bei der segmentalen Stabilisation der Wirbelsäule eine besonders wichtige Rolle. Mit der Hilfe von spezifischen funktionellen Testen kann ein Defizit in der Ansteuerung dieser Muskeln festgestellt und entsprechend therapiert werden.

 

Andersson GB (1999) Epidemiological features of chronic low back-pain. Lancet 354:581-585.
Deyo RA, Phillips WR (1996) Low back pain. A primary challenge. Spine 21(24): 2826-2832.
Macfarlane GJ, Thomas E, Croft PR, et al. (1999) Predictors of early improvement in low back pain amongst consulters in general practice: the influence of pre-morbid and episode-related factors. Pain 80:113-119.
Pengel L, Herbert RD, Maher CD, et al. (2003) Acute low back pain: systematic review of its prognosis. BMJ 327:323.
Von Korff M, Deyo RA, Cherkin D, et al. (1993) Back pain in primary care: outcomes at one year. Spine 18:855-862.
Göbel H (2001) Epidemiologie und Kosten chronischer Schmerzen. Schmerz 15:92-98.
Panjabi (1992) The stabilizing system of the spine. Part I. Function, dysfunction, adaption and enhancement. Journal of Spinal Disorders 5:383-389. 
Panjabi (1992) The stabilizing system of the spine. Part II. Neutral zone and instability hypothesis. Journal of Spinal Disorders 5:390-397.

Hides JA, Richardson CA, Jull GA. (1996) Multifidus muscle recovery is not automatic after resolution of acute first episode low back pain. Spine, 21: 2763–2769.

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